Jonas Folger

#94

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#CzechGP: “Man of the Race” in Brünn

  • 06.08.2017

Der 23-jährige Deutsche fräste nach einem verpatzten Boxenstopp bis in die Top-10 nach vorn.

Wechselhaftes Wetter war der ständige Begleiter beim Grand Prix von Tschechien an diesem Wochenende. In der Nacht zum Sonntag zog erneut eine Regenfront auf und der erste Niederschlag liess auch nicht lange auf sich warten. Ein verregnetes Warm-Up am Morgen spielte allerdings Jonas Folger und seinem Team übel mit. Nach Abstimmungsschwierigkeiten während der Trainingstage wollte man vor dem Rennen noch eine andere Lösung testen. Zum Zeitpunkt des Starts war die Strecke aber noch nass, sodass alle Fahrer mit Regenreifen und –Abstimmung ins Rennen gingen. Doch der 5,4 Kilometer lange Rundkurs auf dem Automotodrom Brno trocknete schnell ab.

Der Weltmeister und WM-Führende Marc Marquez und Jonas Folger waren die Ersten, die einen Motorradwechsel wagten. Folger wurde aber von seiner Boxencrew gleich wieder auf die Piste geschickt, da sich sein zweites Motorrad zu diesem Zeitpunkt noch beim Umrüsten befand. Eine Runde später konnte dann der Bayer seine Maschine tauschen und zeigte anschliessend auf immer mehr abtrocknender Fahrbahn eine wahre Meisterleistung. Folger fuhr reihenweise schnellste Rennrunden und holte vom hinteren Ende des Feldes zügig auf. Seine Pace war zum Teil gleich schnell wie die des späteren Sieger Marquez.

Der zweite Saisonhalbzeit beginnt mit einem dichtgedrängten Zeitplan im August. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende in Spielberg in der Steiermark statt.

#94 Jonas FOLGER (Monster Yamaha Tech 3, Yamaha YZF-M1), 10. (WM-Position 7, 77 Punkte):

“Ich bin ehrlich gesagt mit einem mulmigen Gefühl in das Rennen gegangen. Ich hatte mit Grip-Problemen zu kämpfen und fühlte mich daher auf regennasser Piste überhaupt nicht gut. Mein Start war trotzdem gut, doch nach dem ersten Sektor habe ich bereits Positionen verloren. Ich konnte bei diesen Streckenverhältnissen die Pace der Spitzengruppe nicht fahren. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es beginnt abzutrocknen und noch dazu recht schnell. Daher entschied ich mich am Ende der zweiten Runde zum Motorradwechsel in die Box zu fahren. Zum gleichen Zeitpunkt sah ich, wie Marc (Marquez) in die Box fuhr. Das war mitunter eine Hilfe für meine Entscheidung und ausserdem auch eine gute Referenz. Es war trotzdem ein bisschen riskant, so früh zu wechseln.”

“Aber hinter Marc hätte ich vielleicht eine starke Pace fahren können. Doch soweit sollte es nicht kommen, da mich mein Crew-Chief in der Boxengasse durchgewunken hat – das Bike war für den Wechsel noch nicht bereit. In der anschliessenden Runde habe ich überlegt, wie lange ich draussen bleiben soll oder auf das Signal meiner Crew zu warten. Ich bin aber gleich wieder reingefahren. Der Wechsel hat perfekt geklappt, obwohl das Bike erst im letzten Augenblick fertig wurde. Mit dem zweiten Bike hatte ich eigentlich auf Anhieb ein super Gefühl, ich hatte damit das beste Feeling des gesamten Wochenendes überhaupt. Dieses Motorrad hatte allerdings ein vollkommen anderes Setup, nachdem wir das gesamte Wochenende mit mangelndem Gefühl für die Front und einigen anderen Dingen zu kämpfen hatten. Wir wollten diese Abstimmung zuvor im Warm-Up testen, aber leider hat das Wetter nicht mitgespielt. Es brauchte dann auch eine Runde, um mich daran zu gewöhnen.”

“Doch danach war es so, als ob alle Probleme, die wir an den Trainingstagen hatten, mit einem Schlag verschwunden waren. Ich fühlte mich sehr wohl damit und konnte eine sehr, sehr starke Pace fahren. Schade, dass wir am Anfang so viel Zeit verloren haben und ich hatte auch nicht gedacht, dass es am Ende noch für die Top-10 reichen wird. Daher bin ich mit dem Rennen mehr als zufrieden. Fehler können immer passieren, wir sind alle nur Menschen. Ich mache auch Fehler und heute hat einfach meine Crew gepatzt, da keine Slicks montiert waren. Für die nächsten Rennen müssen wir viel mehr auf Nummer sichergehen, in welche Richtung es gehen muss, vor allem wenn ein Flag-to-Flag-Rennen zu erwarten ist. Mein Team hat sich hundert Mal bei mir entschuldigt und es tut auch mir leid, denn uns war klar, dass wir heute ein super Rennen abliefern hätten können. Ohne diese selbstauferlegte Durchfahrtstrafe zu Beginn des Rennens wäre vielleicht sogar ein Podium möglich gewesen. Übrigens, mit Slicks zu starten hätte keinen Sinn gemacht.”

MotoGP™ GP Ceské republiky – Rennergebnis nach 22 Runden:
1 Marc MARQUEZ / SPA / Repsol Honda Team / Honda / 40´59.525
2 Dani PEDROSA / SPA / Repsol Honda Team / Honda / +12.438
3 Maverick VINALES / SPA / Movistar Yamaha MotoGP / Yamaha / +18.135
10 #94 Jonas FOLGER / GER / Monster Yamaha Tech 3 / Yamaha / +33.236

MotoGP™ WM-Stand:
1 Marc MARQUEZ / SPA / Repsol Honda Team / Honda / 154
2 Maverick VINALES / SPA / Movistar Yamaha MotoGP / Yamaha / 140
3 Andrea DOVIZIOSO / ITA / Ducati Team / Ducati / 133
7 #94 Jonas FOLGER / GER / Monster Yamaha Tech 3 / Yamaha / 77