Jonas Folger

#94

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Phillip Island Test: Als Viertschnellster die Überraschung des vorletzten Vorsaison-Tests

  • 17.02.2017

Der 23-Jährige steigerte sich am letzten Tag des dreitägigen Tests in Australien nochmals gewaltig. Mit der viertschnellsten Rundenzeit am Freitag sorgte er für eine handfeste Überraschung.

Dieses Ergebnis kam sogar für den stets bescheidenen Rennfahrer aus Oberbayern unerwartet. Bei erneut guten Bedingungen zeigte sich Folger auch zum Abschluss des offiziellen Tests auf Phillip Island in beeindruckender Form. Seine persönliche Bestmarke erzielte er bereits am Vormittag. Damit war er um 0,6 Sekunden schneller als am Vortag und war lange Zeit als Dritter am Zeitenmonitor gelistet. Erst gegen Ende des Tages fuhr der Spanier Dani Pedrosa in seiner Zeitenjagd eine um 0,009 Sekunden schnellere Rundenzeit.

In etwa zum gleichen Zeitpunkt hatte Folger seiner Crew einen harmlosen Sturz zu berichten, der aber seinem Tatendrang nichts anhaben konnte. Kurzum ging er wieder auf die Strecke, um sein Gefühl und das Vertrauen sofort wieder zurückzuerlangen. Doch nicht nur dieser letzte Run brachte die Bestätigung, dass Folger längst in der Königsklasse MotoGP angekommen ist. Als Viertschnellster, damit war er auch schnellster Rookie, hatte er am Ende des Tests weniger als eine halbe Sekunde Rückstand auf die Bestzeit des Spaniers Maverick Vinales.

Vor dem WM-Auftakt mit dem Grand Prix of Qatar Ende März werden die Saisonvorbereitungen mit einem weiteren dreitägigen Test auf dem Losail International Circuit abgeschlossen. Der Termin ist vom 8. – 10. März.

#94 Jonas FOLGER (Monster Yamaha Tech 3, Yamaha YZF-M1), P4 – 1´29.042 (12/63):

“Ich denke, wir müssen mit diesen Ergebnissen bei diesem Test zufrieden sein. Gleichzeitig kommen sie auch ein wenig überraschend. Wie schon gestern war ich auch heute über meine Rundenzeit erstaunt. Vor allem, dass ich diese eigentlich auf Anhieb sehr früh fahren konnte. Aber nicht nur meine schnellste Rundenzeit war überaus stark, sondern auch unsere Pace insgesamt. In besagten Run war ich in jeder Runde fast gleich schnell. Der positivste Aspekt ist allerdings, dass wir mit gebrauchten Reifen konstant schnell waren.

“Die guten Bedingungen an diesen drei Tagen ermöglichten uns, dass wir viel mit der Elektronik arbeiten konnten. Gestern, und auch heute, haben wir uns ausschliesslich auf dieses Thema konzentriert und mit gebrauchten Reifen gearbeitet. Am Nachmittag haben wir das Nr. 2 Bike für eine Rennsimulation mit neuen Reifen und vollem Tank vorbereitet. Leider wurde dieser Run wegen eines Sturzes in Kurve sechs abrupt beendet. Mit vollem Tank ist mir das Vorderrad eingeklappt. Ich war daraufhin etwas verunsichert, weil ich diesen Test auf gar keinen Fall auf diese Art und Weise beenden wollte.

“Daher war es wichtig, dass ich anschliessend mit dem anderen Motorrad gleich wieder rausgefahren bin. Dieses Bike war allerdings anders abgestimmt. Erstens war es leichter, sowie die Balance mehr auf das Hinterrad verlagert. Eine volle Renndistanz war daher nicht mehr möglich. Ich bin also nur elf Runden gefahren. Doch in jeder Runde wurde ich schneller und zum Abschluss des Tests fuhr ich nochmals eine 1´29.3. Im Nachhinein hat sich dieser Schritt als richtig erweisen, weil das Vertrauen sofort wieder vorhanden war, sowie es auch extrem wichtig war, das Gefühl schnellstens wieder zurückzuerlangen.

“Ausserdem bestätigte der letzte Run auch, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Mit gebrauchten Reifen fuhr ich konstant im Bereich niedriger 1´29er Zeiten. Wir alle sind daher mit unseren Fortschritten zufrieden. Wir haben im Verlauf dieser drei Tage sehr viele und nützliche Information gesammelt. Darüber hinaus ist es mir gut gelungen, meinen Fahrstil dieser Piste optimal anzupassen. Man muss hier sehr gefühlvoll fahren und den Speed in den Kurven mitnehmen, sowie auch das nötige Vertrauen in das Motorrad haben. Es gibt auf Phillip Island viele Stellen, wo man in sehr hoher Geschwindigkeit das Bike umlegt.

“Gegenüber dem letzten Test in Sepang habe ich mich vor allem im Kurveneingang und -Ausgang fahrerisch verbessert. In diesen Bereichen fahre ich jetzt viel sanfter und beanspruche die Reifen weniger. Trotzdem bin ich immer noch schnell. Diese Erfahrung werde ich versuchen nach Katar mitzunehmen und auf diesem Level dort weiterzumachen. An das erste Rennen denke ich aber noch nicht. Wir müssen uns vor dem Auftakt der Meisterschaft weiter auf das Testen konzentrieren.

“Bislang haben wir einen grossartigen Job gemacht. Diese Tatsache gibt uns viel Selbstvertrauen. Doch ich selbst muss ruhig bleiben und darf nicht zu viel erwarten, auch wenn wir nicht nur uns selbst, sondern auch einige andere überrascht haben. Bis jetzt sind wir ja nur Tests gefahren. Aber wenn wir beim letzten Test in zwei Wochen auf dem Losail Circuit so weitermachen wie hier, dann können wir dem ersten Rennen einigermassen gelassen entgegenblicken. Ich bin auf jeden Fall mit meinen Leistungen sehr, sehr happy.”

Phillip Island MotoGP™ Test – Kombinierte Zeitenliste:
1 Maverick VINALES / SPA / Movistar Yamaha MotoGP / Yamaha / 1´28.549
2 Marc MARQUEZ / SPA / Repsol Honda Team / Honda / 1´28.843 +0.294
3 Dani PEDROSA / SPA / Repsol Honda Team / Honda / 1´29.033 +0.484
4 #94 Jonas FOLGER / GER / Monster Yamaha Tech 3 / Yamaha / 1´29.042 +0.493